Erziehung
Nur für Softies - Clickertraining?
Autor: Mareike Doll-Degenhardt - Die Tiertrainerin
Kaum eine andere Trainingsmethode hat in den letzten Jahren so viele Verfechter und Fans, aber auch Kritiker und Gegner gefunden, wie das Clickertraining. Die Anhänger sind dankbar, endlich einen Weg gefunden zu haben, ihrem Vierbeiner auf liebevolle Art und Weise Manieren bei zu bringen - ohne ihn zu stressen und die Kritiker wehren sich vehement dagegen, von ihrem Hund als Leckerchenmaschine missbraucht zu werden.
Man findet seitenweise Online-Anleitungen, Bücher und persönliche Statements zum Thema Clickertraining. Der Grundton ist meist derselbe: Jeder kann es lernen, denn es ist viel einfacher als das übliche Training! Es ist positives Hundetraining und deshalb kann man damit auch nicht viel falsch machen! Es ist universell in jeder Lebens- und Trainingslage einsetzbar! Es ist so liebevoll und endlich eine Möglichkeit, eine partnerschaftliche Beziehung zu seinem Hund auch im Training zu leben! Kurz: Es ist ein Zauberwort und seinen Anfang nimmt der vermeintliche Zauber oft im Gespräch mit anderen Hundebesitzern mit der verständnisvollen Frage: “Hast Du es denn schon einmal mit Clickertraining versucht?“
Auch die Gegner dieser Methode sind dem Anschein nach nicht besser aufgeklärt, sind doch die häufigsten Kritikpunkte: Dann muss ich ja mein Leben lang mit dem Clicker rum laufen! Ich bin ja nur noch der Leckerchengeber! Der Hund soll das tun, weil er mich liebt (wahlweise respektiert) und nicht nur für das Leckerchen! Ich finde das Click-Geräusch dieses Knackfrosches doof! Ich kann meinen Hund auch mit der Stimme loben!
Beiden Lagern, Anhängern wie Gegnern, ist gemeinsam, dass meist fundamentales Wissen und auch praktische Erfahrung mit dieser Trainingsmethode fehlt. Das Wissen aus Büchern und Videos und die Praxis mit dem eigenen Hund befähigen noch niemanden dazu, eine Trainingsmethode als neue Ideologie zu propagieren oder sie dem Erfahrungsstapel „Kannst Du vergessen, habe ich auch schon probiert, hat auch nicht geklappt!“ öffentlich zuzuschreiben.
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