Kind und Hund – eine besondere Beziehung

pet-group bedankt sich für diesen Fachbeitrag bei Manuela van Schewick pet-group Spezialisten-Team.

Er ist einfach nur da, wenn sonst keiner Zeit hat, er kommt ebenso schmutzig vom Spielen zurück, wie sein zweibeiniger Freund und die fünf in Mathe kommentiert er nicht.

Die Beziehung zwischen Kind und Hund spielt sich auf einer Ebene ab, die uns Erwachsenen in einer Welt, die von Technisierung, rationalen Überlegungen und Stress geprägt ist, ein wenig verlorengegangen ist. Kinder agieren emotional und spontan, können sich in einer Spielwelt voller Phantasien und momentaner Bedürfnisse verlieren. Freund Hund schafft das, was uns Erwachsenen oft schwer fällt: Er ist einfach da und begleitet das Kind, er lässt sich in das Spiel integrieren ohne auf die Uhr zu schauen oder ständig zur Vorsicht zu mahnen. Er kann brauchbarer Kumpel beim Fußballspielen sein oder einfach beim Kuscheln und Träumen die Zeit verstreichen lassen.

Kind und HundHunde können für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen insbesondere im emotionalen, sozialen und kognitiven Bereich von unschätzbarem Nutzen sein. Sie geben Nähe und Zuwendung, sind geduldige Zuhörer, ständige Begleiter und Spielkameraden und auch Freund in schwierigen Lebenssituationen. Das Kind lernt in der Auseinandersetzung mit dem Tier, andere Individuen in ihren Bedürfnissen zu akzeptieren, Einfühlungsvermögen zu entwickeln, sich selbst zurück zu nehmen, Verantwortung zu übernehmen.

Die Aufzählung der positiven Einflüsse des Hundes auf das Kind lassen sich seitenweise in detaillierter Form fortsetzen. Der Sozialpsychologe Prof. Dr. Bergler kommt sogar zu dem Schluss, dass Kindern, die ohne Tiere aufwachsen, existenzielle Erfahrungen fehlen.

Kind und Hund – ein Traumteam? Sicher nicht automatisch!

Das Zusammenleben beider birgt durchaus auch eine Fülle potentieller Probleme und Gefahren, die es zu bedenken und möglichst zu verhindern gilt. Das heißt, dass die Betreuung von Kind und Hund im gleichen Haushalt die besondere Aufmerksamkeit der Eltern erfordert, immer!

Das, was zwischen Kind und Hund passiert, ist von vielen Faktoren abhängig. DAS Kind und DEN Hund gibt es nicht. Alter und Persönlichkeit des Kindes spielen hier eine ebenso große Rolle wie z.B. individuelle Eigenschaften des Hundes, dessen soziales Lernen in sensiblen Phasen oder auch sein momentaner Gesundheitszustand.

Das Kleinkind, welches intensiv seine Umwelt erkundet, braucht sicherlich mehr Aufmerksamkeit, wenn es sich in der Nähe des Hundes bewegt, als ein vielleicht recht vernünftiger Zwölfjähriger. Muss ich das Kleinkind vor sich selbst und den Hund vor ihm beschützen, es vorsichtig und konsequent an den richtigen Umgang mit dem Hund heran führen, so kann der Zwölfjährige gegebenenfalls bereits selbstständig Aufgaben im Hundealltag übernehmen. Kein Kind aber, mag es auch noch so zuverlässig und vernünftig sein, ist der komplexen Aufgabe gewachsen, einen Hund eigenständig zu versorgen oder zu erziehen.

Die Verantwortung für alles, was das Zusammenleben zwischen Kind und Hund betrifft, liegt immer beim Erwachsenen! Um ihr gerecht zu werden, ist es sicher erforderlich, sich vor dem Hundekauf ausgiebig mit dem Verhalten und der Kommunikation von Hunden zu beschäftigen. Nur, wenn ich die Sprache meines Hundes verstehe, wenn ich sein Verhalten einordnen kann, bin ich in der Lage, Situationen einzuschätzen, richtig zu reagieren, Gefahren zu verhindern. Durch unser gutes Vorbild können wir den korrekten Umgang des Kindes mit dem Tier gezielt fördern.

Es ist ein leichtes, bereits im Vorfeld größeren Kindern zu signalisieren, dass wir mit der Anschaffung eines Hundes auch Verantwortung für ein Individuum übernehmen. Wir können mit ihnen gemeinsam überlegen, welcher Hund in Frage kommt, welche Eigenschaften er haben soll, wie der Alltag mit ihm konkret aussehen kann und wer welche Aufgaben übernehmen könnte. Wir können mit ihnen über das Verhalten von Hunden sprechen, gemeinsam Bilder zur Körpersprache des Hundes anschauen und überlegen, was man als Mensch tun und lassen sollte im Umgang mit dem Vierbeiner.

Das "Traumteam" Kind - Hund braucht immer den Erwachsenen als zuverlässigen Partner!

Autorin: Manuela van Schewick